Wintergerste: Woran hat es gelegen?
Hört man sich bei Beratern und Landwirten um, gibt es verschiedene Erklärungsansätze, die je nach Region und Schlag mehr oder weniger zum Tragen gekommen sein können:
- Der Befall mit Schwarzbeinigkeit scheint in diesem Jahr nicht nur in Winterweizen, sondern auch in Wintergerste ein Problem zu sein. Durch die Schädigung des Wurzelsystems ist die Pflanze in ihrem Stoffwechsel stark geschädigt. Sollte der Verdacht auf Ihren Flächen bestehen, lohnt sich der Blick mit dem Spaten unter die Gerstenstoppeln: Sind die Wurzeln schwarz und stark vermorscht, deutet das auf einen Befall mit Schwarzbeinigkeit hin. Hilfreich ist dabei ein Eimer Wasser, um die Wurzeln abwaschen zu können.
- Ende April gab es in einigen Regionen Fröste mit bis zu -7 °C. Da sich die Gerste zu diesem Zeitpunkt meist in EC 37 bis 39 befunden hat, kann der Frost zu „Taubährigkeit“ geführt haben.
- Je nach Bundesland, war die Sonnenscheindauer in diesem Frühjahr unterdurchschnittlich. Vergleicht man die Monatswerte der Sonnenscheindauer des DWD über Gesamtdeutschland des Hochertragsjahres 2022 mit 2024 in den Monaten Mai und Juni, also zur Zeit der Kornfüllung, so fällt auf, dass es in 2022 eine durchschnittliche Summe von 520 h und in 2024 nur 420 h war. Ein Minus von knapp 20 %. Hierbei handelt es sich jedoch nur um Durchschnittswerte. Je nach Region gibt es starke Abweichungen.
- Positiv fallen, wie zu erwarten, die Erträge von Wintergerste nach Leguminosen auf. In der Praxis wird hier von 10-20 dt/ha besseren Erträgen als bei Getreidevorfrucht berichtet.
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