Getreidefonds Z-Saatgut e.V. (GFZS) berichtet: Saatgutwechsel bei Getreide steigt auf 60 Prozent

Veröffentlicht am 31/08/2026

Der Einsatz von Z-Saatgut im Getreideanbau hat im Wirtschaftsjahr 2025/26 wieder deutlich zugelegt. Nach Angaben des Getreidefonds Z-Saatgut e. V. wurden 60 Prozent der Getreideanbauflächen in Deutschland mit Z-Saatgut bestellt – zwei Prozentpunkte mehr als im Vorjahr. Damit liegt der Saatgutwechsel wieder auf dem hohen Niveau der vergangenen Jahre und unterstreicht die Bedeutung von zertifiziertem Saatgut für die deutsche Landwirtschaft.

Geprüfte Qualität als Absicherung im Anbau

Wer Erntegut aus dem eigenen Betrieb nachbaut, weiß in der Regel nicht, ob sich darin bereits samenübertragbare Krankheitserreger befinden – ein Risiko, das sich über mehrere Anbaujahre aufschaukeln und ganze Bestände schwächen kann. Insbesondere, wenn die Möglichkeiten zur Nutzung chemischen Pflanzenschutzes reduziert werden, ist eine gesunde Ausgangsbasis das A und O für einen erfolgreichen Getreideanbau.

Zertifiziertes Saatgut durchläuft deshalb ein mehrstufiges Prüfverfahren – von der Feldbesichtigung der Vermehrungsbestände bis zur Beschaffenheitsprüfung im Labor. Dabei werden unter anderem Keimfähigkeit, Gesundheitszustand und Sortenreinheit kontrolliert. Für die verschiedenen Qualitätsmerkmale gelten gesetzlich festgelegte Anforderungen und Grenzwerte, die eine Partie erfüllen muss. Nur wenn alle vorgeschriebenen Kriterien eingehalten werden, erhält sie die amtliche Anerkennung als Z-Saatgut. Für den landwirtschaftlichen Betrieb ist das am Blauen Etikett erkennbar – dem sichtbaren Nachweis für geprüftes und anerkanntes Saatgut.

Mit dem Kauf von Z-Saatgut fließt zudem ein Teil des Preises über Lizenzgebühren an die Züchterhäuser zurück und trägt dazu bei, die Entwicklung neuer Sorten zu finanzieren. Diese Züchtungsleistung gewinnt angesichts zunehmender Herausforderungen im Anbau weiter an Bedeutung: Der Wegfall von Pflanzenschutzwirkstoffen und die Folgen von Hitze und Trockenheit erfordern Sorten, die widerstandsfähiger und besser an veränderte Anbaubedingungen angepasst sind. Die Finanzierung der Züchtungsarbeit ist damit eine wichtige Voraussetzung dafür, dass solche Sorten entwickelt und den landwirtschaftlichen Betrieben langfristig zur Verfügung gestellt werden können.

1Dr. Dennis Hehnen Geschaeftsfuehrer des Getreidefonds Z Saatgut e. V.
Dr. Dennis Hehnen, Geschäftsführer des Getreidefonds Z-Saatgut e. V.

„Der wieder gestiegene Saatgutwechsel auf 60 Prozent zeigt, dass viele Landwirtinnen und Landwirte auf die geprüfte Qualität von Z-Saatgut setzen“, resümiert Dr. Dennis Hehnen, Geschäftsführer des Getreidefonds Z-Saatgut e. V. „Hochwertiges Ausgangsmaterial ist die Basis für gesunde und leistungsfähige Bestände und damit für stabile Erträge. Angesichts des Klimawandels und der damit verbundenen Herausforderungen im Anbau gewinnt neben der richtigen Sorte die Qualität des Saatguts weiter an Bedeutung“, betont Hehnen. Wichtig sei zudem, die Saatgutbestellung frühzeitig vorzunehmen: Eine rechtzeitige Bestellung entlaste die Logistik in der kurzen und intensiven Aufbereitungssaison zwischen Ernte und Aussaat und stelle sicher, dass das Z-Saatgut pünktlich auf dem Hof steht.

Entwicklungen bei den einzelnen Getreidearten

Winterweizen bleibt mit rund 2,78 Millionen Hektar (inkl. Dinkel und Einkorn) die mit Abstand wichtigste Getreidekultur in Deutschland. Die Anbaufläche ging gegenüber dem Vorjahr leicht um 2,7 Prozent zurück. Gleichzeitig stieg der Saatgutwechsel deutlich von 49 auf 53 Prozent.

Bei der Wintergerste bewegte sich der Saatgutwechsel mit 65 Prozent nahezu auf Vorjahresniveau (66 Prozent), während die Anbaufläche um 4,1 Prozent zunahm. Von Roggen werden zum überwiegenden Teil Hybridsorten angebaut, was zum hohen Saatgutwechsel von 94 % erklärt. Gleichzeitig ging die Anbaufläche um 6,2 Prozent zurück. Bei Triticale stieg der Saatgutwechsel dagegen deutlich von 78 auf 89 Prozent, während die Anbaufläche leicht um 3,9 Prozent sank.

Bei der Sommergerste zeigte sich eine gegenläufige Entwicklung: Die Anbaufläche ging um 11,1 Prozent zurück, der Saatgutwechsel sank ebenfalls von 64 auf 59 Prozent. Beim Sommerweizen nahm die Anbaufläche leicht um 2,7 Prozent zu, während der Saatgutwechsel nach dem Spitzenwert des Vorjahres von 83 Prozent auf 65 Prozent zurückging. Beim Hafer blieb der Saatgutwechsel mit 61 Prozent nahezu stabil (Vorjahr: 60 Prozent), obwohl die Anbaufläche um 6,9 Prozent zurückging. Insgesamt schwankt der Saatgutwechsel der Sommergetreide wie in Vorjahren stärker als bei den Winterungen.

Insgesamt lag der Saatgutwechsel bei Wintergetreide 2025/26 bei 60 Prozent und damit drei Prozentpunkte über dem Vorjahreswert von 57 Prozent. Beim Sommergetreide sank der Saatgutwechsel dagegen von 64 auf 60 Prozent. Damit liegen Winter- und Sommergetreide beim Saatgutwechsel erstmals seit mehreren Jahren nahezu gleichauf.

Mit dem Saatgutwechsel wird der Anteil der mit Z-Saatgut bestellten Flächen an der gesamten Getreideanbaufläche beschrieben. Er wird aus den Saatgutumsätzen der deutschen Züchter, den Anbauflächen in Deutschland und der Aussaatstärke aus den zur Anerkennung gemeldeten Vermehrungsflächen berechnet.

Z Saatgutwechsel 2025 26

RAGT: Qualität beginnt mit dem Saatgut

Aus Sicht von RAGT ist zertifiziertes Saatgut mehr als ein geprüfter Betriebsmitteleinkauf. Es ist der erste kontrollierbare Baustein für den Pflanzenbestand und damit eine wichtige Grundlage für die Ausschöpfung des genetischen Potenzials einer Sorte.

Eine leistungsfähige Sorte kann ihre Eigenschaften nur dann zuverlässig zeigen, wenn sie mit qualitativ hochwertigem, gesundem und sortenreinem Saatgut in den Boden kommt. Gleichmäßiger Feldaufgang, eine gute Bestandesentwicklung und die sichere Umsetzung von Züchtungsfortschritt beginnen deshalb bereits bei der Saatgutpartie.

Gerade unter zunehmend schwierigen Anbaubedingungen kommt es darauf an, Risiken möglichst früh zu reduzieren. Die Entscheidung für Z-Saatgut verbindet dabei zwei Ziele: Landwirtinnen und Landwirte schaffen eine verlässliche Ausgangsbasis für ihre Bestände, und sie unterstützen zugleich die Entwicklung neuer Sorten für eine produktive und nachhaltige Landwirtschaft.

RAGT steht für eine Züchtung, die sich an den praktischen Anforderungen der Landwirtschaft orientiert. Dazu gehören neben Ertragsleistung und Qualitätseigenschaften insbesondere agronomische Stabilität, Gesundheit und die Anpassung an unterschiedliche Anbaubedingungen. Damit dieser Fortschritt dauerhaft verfügbar bleibt, braucht es eine starke Wertschöpfungskette – von der Züchtung über die Saatgutvermehrung bis zum Einsatz auf dem Feld.

Ausgezeichnete Saatgutaufbereitung bei RAGT

Wie wichtig Erfahrung, moderne Technik und klar strukturierte Prozesse für die Qualität von Z-Saatgut sind, zeigt auch eine aktuelle Auszeichnung: Als bester Aufbereiter im Gastgeberbundesland der DLG-Feldtage wird die Strube D&S GmbH (RAGT Saaten Deutschland GmbH) am Standort Schlanstedt im Landkreis Harz ausgezeichnet.

Der traditionsreiche Betrieb gehört seit 2025 zur RAGT Gruppe und ist bereits seit Ende des 19. Jahrhunderts in der Saatgutproduktion tätig. Damit verbindet der Standort langjährige Erfahrung mit moderner Aufbereitungstechnik – und steht beispielhaft für die Kompetenz, die hinter hochwertigem Z-Saatgut steht.

„Nur wenn Rohware, Aufbereitungstechnik und Know-how der Mitarbeiter gut ineinandergreifen, kann auch gute Qualität entstehen“, erklärt Andreas Lindemann, Lagerleiter und seit 1998 im Unternehmen tätig.

Ein besonderer Fokus liegt in Schlanstedt auf der engen Zusammenarbeit mit den Vermehrern sowie auf klar strukturierten Abläufen – von der Fruchtfolge bis zur technischen Aufbereitung mit Farbsortierern. Als entscheidenden Erfolgsfaktor hebt das Unternehmen außerdem die personelle Stabilität hervor. „Eine Kontinuität bei den Mitarbeitern sowie ein regelmäßiger fachlicher Austausch sind entscheidend“, betont Johanna Hebestreit, Fachbereichsleiterin.

Die Auszeichnung macht deutlich: Z-Saatgut steht nicht nur für eine amtlich geprüfte Saatgutpartie, sondern auch für eine leistungsfähige Qualitätskette aus Züchtung, Vermehrung, Aufbereitung, Prüfung und Logistik. Jeder dieser Schritte trägt dazu bei, dass Landwirtinnen und Landwirte gesundes, sortenreines und leistungsfähiges Saatgut erhalten. Damit unterstreicht die Auszeichnung zugleich die zentrale Bedeutung von Z-Saatgut für einen erfolgreichen Start in die Anbausaison und für die Qualität landwirtschaftlicher Erzeugnisse.

Getreidefonds Z-Saatgut e. V. (GFZS)

Der Getreidefonds Z-Saatgut e. V. (GFZS) ist eine Initiative der in Deutschland aktiven Getreidezüchter in Zusammenarbeit mit der Saatgutbranche. Ziel des GFZS ist die Qualitätssicherung und -förderung von zertifiziertem Getreidesaatgut sowie die Steigerung des Saatgutwechsels. Zudem informiert der GFZS Landwirte, Handel, Beratung und Interessierte zu den vielfältigen Vorzügen von Z-Saatgut.

Diesen Beitrag teilen mit:

Facebook
X
LinkedIn
Email

Ähnliche Artikel

Article ElementorGersteSortenTriticaleWinterweizen

Getreide-Ergebnisse 2026

Die Getreideernte ist weitgehend abgeschlossen– und unsere Sorten zeigen, was in ihnen steckt. Aus allen Regionen werden uns nach und nach die Ergebnisse erreichen. Schon jetzt bestätigen erste Daten die Stärken unserer Vielfalt: stabile Leistungen,...

Article ElementorSorghum

Sorghumanbau – So funktioniert`s!

Weitere Fruchtfolgen und veränderte klimatische Bedingungen machen Sorghum seit einigen Jahren zu einer immer interessanteren Alternative für Druschfrüchte und Silomais. Die Sortenwahl sollte hier in erster Linie nach Nutzungsrichtung und Reifegruppe erfolgen. Was bei der...

Article ElementorSortenWinterraps

Raps-Ergebnisse 2026

Die Rapsernte ist weitgehend abgeschlossen – und unsere Sorten zeigen, was in ihnen steckt. Aus allen Regionen werden uns nach und nach die Ergebnisse erreichen. Und eines ist sicher – die Daten beweisen die Stärken...